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02.03.2012 07:34 Alter: 9 Jahr(e)

Anonyme Kommunikation und Filesharing mit RetroShare

Die Plattform RetroShare will sich von der kommerziellen Konkurrenz durch die Wahrung der Privatsphäre der Nutzer abheben. Kommunikation und Datentausch sollen hier vollständig anonym möglich sein.

Online-Communities sind  in letzter Zeit hinsichtlich des Datenschutzes und der Privatsphäre der Mitglieder ins Gerede gekommen. Sie hätten es, so wird kritisiert, vor allem auf die Daten der Nutzer abgesehen, die dann zu undurchsichtigen Zwecken verwendet würden. Hier setzt nun die Community-Plattform RetroShare an. Dahinter steckt eine Gruppe von Programmierern, die in ihrer Freizeit eine Peer-to-Peer-Anwendung geschaffen haben, mit der man sich über das Internet vernetzen kann. Auch die Macher von RetroShare bleiben anonym, sie äußern sich öffentlich nur unter ihren Community-Nicknames. 

Wie in der guten alten Zeit…

Der Name „RetroShare“ ist doppeldeutig. Vordergründig, so verrät DrBob, einer der Macher der Plattform, rührt er vom etwas altmodischen Aussehen der Oberfläche her. Er bezieht sich aber auch darauf, dass man in der RetroShare-Community, so wie das früher üblich war, mit einem Pseudonym auftritt und persönliche Daten allenfalls mit Leuten austauscht, die man als vertrauenswürdig einschätzt.

Man kann mit RetroShare natürlich neue Leute kennenlernen, aber auch mit Menschen kommunizieren, die man bereits kennt und mit denen man sich auf RetroShare verabredet. Dort kann man dann die Dinge tun, die man von jeher in Communities getan hat: In privaten oder öffentlichen Räumen chatten, sich in Foren austauschen und sich gegenseitig Dateien zusenden bzw. zur Verfügung stellen.

Keine (reine) Filesharing-Plattform

Der Begriff „Filesharing“ ist in letzter Zeit etwas negativ besetzt, weil in den Medien viel über illegales Filesharing berichtet wurde. Tatsächlich jedoch gibt es jede Menge Dateien, die man beliebig weitergeben darf: Eigene Fotos und Videos, eigene Musikstücke und ganz zu schweigen von Dokumenten zu Projekten, die man gemeinsam über das Netz bearbeitet.

Im Prinzip eignet sich RetroShare zwar dafür, das Entdeckungsrisiko beim illegalen Datentausch erheblich zu vermindern, doch ist dies nicht die erklärte Intention der Macher. Es würden keine Links zu urheberrechtlich geschütztem Material gespeichert, so DrBob, und auch niemand zum illegalen Filesharing ermuntert, sondern ein rein privater Datenaustausch angeboten. Außerdem bietet RetroShare im Gegensatz zu typischen p2p-Filesharing-Programmen eine Fülle von Funktionen für die Kommunikation an, die den wesentlich größeren Teil des Programmes ausmachen.

Entscheidend für DrBob und die anderen Macher von RetroShare ist es, anonyme und private Kommunikationskanäle zu schaffen. Einen Preis jedoch hat die Anonymität bei RetroShare: Um Kontakte aufzubauen, muss man ein wenig Geduld haben, da ja nicht jeder auf dem Präsentierteller sitzt wie bei den herkömmlichen Social Media, wo gewissermaßen das Privatleben in der Öffentlichkeit stattfindet.   

Fazit:
Die User von RetroShare können sich mit Sicherheit einer größeren Anonymität erfreuen als die Freunde der herkömmlichen P2P-Netzwerke. Dennoch ist Vorsicht beim urheberrechtlich relevanten Datenaustausch geboten, da sich hinter einem Pseudonym auch immer ein Rechteinhaber verbergen kann.


RA Gulden, LL.M. (Medienrecht)

Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht

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