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08.03.2012 13:03 Alter: 9 Jahr(e)

Darknets auf dem Vormarsch

Da die Benutzung der üblichen Filesharing-Plattformen in letzter Zeit häufig Abmahnungen nach sich zieht, weichen viele Datentauscher auf anonyme Netzwerke, so genannte Darknets, wie RetroShare aus.

Das Austauschen von fremdem Urheberrecht unterliegenden Medien ist gefährlich geworden. Es gibt etliche „Dienstleister“, welche mit dafür geschriebener Software die IP-Adressen von Netzbenutzern ermitteln, die widerrechtlich urheberrechtlich geschützte Dateien zum Download anbieten. Diese werden von Anwälten der Medienindustrie genutzt, um Filesharer zu ermitteln und abmahnen zu können.

Anonyme Darknets
Dieses Risiko umgehen mehr und mehr Filesharer, indem sie so genannte Darknets („Dunkelnetze“) verwenden. Der Name rührt daher, dass die einzelnen Teilnehmer in einem solchen Netz anonym, also quasi im Dunkeln bleiben. Darknets arbeiten dezentral und nach dem Peer-to-Peer-Prinzip. RetroShare ist ein Beispiel für ein solches Darknet. Genau genommen ist RetroShare nicht der Name des Netzes oder der Community, sondern das Tool, mit dem sich Internetbenutzer untereinander zu kleinen Netzwerken zusammenschließen, die wiederum miteinander verbunden sind. Man klinkt sich in ein solches Netzwerk ein, indem man mit einem bereits aktiven User ein PGP-Zertifikat austauscht und so in Verbindung tritt.

Wenn ein User derart an das Netzwerk angeschlossen ist, kann er über eine mit OpenSSL verschlüsselte Verbindung Daten austauschen. Beim Einstieg in RetroShare ist etwas Geduld nötig: Weil man sein Netzwerk nur nach und nach um immer mehr Kontakte ausbauen kann, dauerte es eine Weile, bis man „voll dabei“ ist. Dafür kann man dann fast unbeobachtet Daten austauschen.

Schwer zu durchschauen
Von außen kann man kaum sehen, was in einem solchen Darknet vor sich geht. So sind die User relativ sicher vor Zensur und Überwachung. Der offizielle Zweck von RetroShare ist daher auch, die Privatsphäre ins Netz zurück zu bringen und dem Datenhunger von Staat und Unternehmen entgegenzuwirken. Natürlich kann man, wenn man auf dieses Weise im Verborgenen agiert, auch illegale Daten austauschen, ohne dabei einer übermäßigen Entdeckungsgefahr ausgesetzt zu sein.

Die Macher von RetroShare, die nur unter Pseudonymen auftreten, betonen jedoch, dass sie niemanden zum illegalen Filesharing ermuntern. Tatsächlich haben sie auch keinerlei Kontrolle darüber, welche Daten mit Darknet übertragen werden, da sie keine Plattform betreiben, sondern lediglich eine Open-Source-Software entwickeln und kostenlos zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe sich die User in Eigenregie vernetzen. Aus diesem Grund können sie auch nicht für etwaige illegale Filesharing - Aktivitäten belangt werden, genauso wenig wie etwa der Hersteller einer Brechstange, wenn mit seinem Produkt Einbrüche verübt werden.

RetroShare ist aber nicht die einzige Software, mit der sich anonyme Netze aufbauen lassen. Es gibt weitere, ähnliche Programme, die sich ebenfalls steigender Beliebtheit erfreuen.


RA Gulden, LL.M. (Medienrecht)

Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht

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