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22.12.2011 16:27 Alter: 10 Jahr(e)

GEMA-Tarif für werbefinanziertes Musik-Streaming bekanntgegeben

Heute werden eine Menge Dinge mit Werbung finanziert, damit sie für den Nutzer kostenlos sind. Neben Privatfernsehen und –radio, Websites und sogar Telefongesprächen gehören auch Internetradio und ähnliche auf Streaming basierende Musikdienste dazu. Für diese hat die GEMA nun eigene Tarife geschaffen und am Montag veröffentlicht.

Wo in Deutschland urheberrechtlich geschützte Musikstücke öffentlich zugänglich gemacht werden, will die GEMA mitverdienen. Das galt schon zu Vinylzeiten für die Disko, wenn Schallplatten auf einer öffentlichen Veranstaltung abgespielt wurden genauso wie für die Tanzkapelle, welche die neusten Hits möglichst originalgetreu nachspielt und natürlich für Radiosender, die regelmäßig nur urheberrechtlich geschützte Musik senden. Im digitalen Zeitalter sind nun neben der CD weitere Vertriebs- und Verbreitungswege dazugekommen und zwar speziell das Internet.

BITKOM skeptisch

Für das Geschäftsmodell der kostenpflichtigen und legalen Downloadseiten für Musik sowie Streaming-Flatrates hat sich die GEMA bereits kürzlich mit dem Branchenverband BITKOM geeinigt. Für ein weiteres solches Medium, das werbefinanzierte Streaming von Musik, hat sie nun ebenfalls einen besonderen Tarif entwickelt und bekanntgegeben.

Die GEMA sieht dieses Tarifmodell als Ergänzung der mit dem BITKOM ausgehandelten Lösung. Dieser jedoch ist dabei skeptisch und stellt klar: "Werbefinanzierte Dienste werden von unserer bisherigen Einigung mit der GEMA nicht umfasst." Das jedenfalls erklärte der BITKOM-Bereichsleiter Mario Rehse gegenüber der dpa. Der BITKOM, so Rehse weiter, hätte zwar gerne über diese Form der Bereitstellung von Musik mit der GEMA weiterverhandelt, sieht es aber realistisch: "Die einseitige Tarifveröffentlichung der GEMA war aber ein Szenario, mit dem wir rechnen mussten."

Dreistufiges Vergütungsmodell

Die GEMA möchte im Prinzip 10,25% der mit der Musikdarbietung erzielten Einnahmen für sich haben. Konkret werden die Gebühren für die Anbieter von werbefinanzierter Musik nun in drei Stufen fällig, welche sich nach dem so genannten Interaktivitätsgrad des Streamings richten.

Für Darbietungen mit „niedrigem Interaktivitätsgrad“ werden mindestens 0,025 Cent pro abgerufenem Stream fällig. Darunter versteht die GEMA Streams ohne Vor- und Rückspulmöglichkeit, wie sie etwa beim Internetradio verwendet werden. Bei einem „mittleren Interaktivitätsgrad“ sollen es 0,31 Cent sein und sogar 0,6 Cent bei „hohem Interaktivitätsgrad“, worunter wohl Dienste in der Art von YouTube fallen.

Wie nun die Dienstanbieter auf dieses Modell reagieren, wird sich zeigen müssen. Zuletzt geriet die GEMA ja wegen ihrer schleppenden Verhandlungen mit YouTube in die Kritik der Musikbranche. Ihr Tarifmodell sieht die Verwertungsgesellschaft selbst in einem recht positiven Licht und beansprucht laut eigener Mitteilung, damit einen großen Schritt auf die Anbieter von werbefinanzierten Musik-Streams zu gemacht zu haben und für einen „Ausgleich zwischen den Anforderungen des Marktes und dem Anspruch der Urheber auf angemessene Vergütung" zu sorgen.

(WY)