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29.02.2012 17:00 Alter: 9 Jahr(e)

Griechischer Anwalt John Markou kassiert für angebliche Lotto-Tippgemeinschaft MaxiTip Ltd

Ein Athener Rechtsanwalt mit vorgeblicher Niederlassung in Hannover versuchte mit einem Schreiben angeblich fällige und nicht abbuchbare Beiträge zu einer Lotto-Tippgemeinschaft einzutreiben.

Nicht schlecht staunten Menschen in Rheinland-Pfalz und andern Bundesländern, als sie im Januar jeweils ein Schreiben eines griechischen Anwalts mit Niederlassung in Hannover namens John Markou in ihren Briefkästen fanden. Im Namen einer ominösen Lotto-Tippgemeinschaft mit dem Namen „MaxiTip Ltd“. kündigte er ihnen die Mitgliedschaft auf und verlangte gleichzeitig die Zahlung eines angeblich fälligen Mitgliedsbeitrages, der laut Schreiben nicht vom Konto des jeweils Betroffenen hätte abgebucht werden können.

Harsche Drohworte

Gefordert wurde der zwar nicht ganz unerhebliche, aber doch nicht übermäßig hohe Betrag von insgesamt 122,50 €. Eine Summe, die möglicherweise so mancher um des lieben Frieden willen bezahlt hat, weil er, wie das leider oft der Fall ist, glaubte, dass doch „niemand einfach so Geld fordert“ und ein Anwalt „sicher wisse, was er tut“, folglich also etwas an der Sache sein müsse.   

Solchen Befürchtungen schürte das Schreiben überdies auch nach Kräften: Sollten die Betroffenen nicht bezahlen, so stand dort zu lesen, werde die Sache vor Gericht gehen, was mit weit höheren Kosten für den angeblichen Schuldner verbunden sei. Einen ähnlichen Fall hatte es bereits letztes Jahr gegeben: Eine griechische Anwältin namens Davoutaki hat in einem gleichartigen Schreiben einen ganz ähnlich hohen Betrag und ebenfalls im Namen einer Lotto-Tippgemeinschaft gefordert.    

Ein Anwalt-Phantom

Laut der Adresse auf dem Schreiben sollte der Anwalt Markou eine Niederlassung in Hannover führen, ist dort aber unter der angegebenen Telefonnummer nicht zu erreichen. Man erhält anstatt dessen den Hinweis, der Anschluss sei vorrübergehend nicht zu erreichen. Auch im Telefonbuch der Stadt an der Leine ist keine Anwaltskanzlei „John Markou & Partner“ zu finden. Die ebenfalls auf dem Schreiben angegebene eMail-Adresse gehört zu einer Domain namens „lawyer.com“, auf der eine Vermittlungsplattform für Anwälte aus den USA betrieben wird, wo sich aber auch kein John Markou finden lässt. Schließlich sollte auch das geforderte Geld nicht etwa auf ein Konto bei einer deutschen Bank überweisen werden, sondern auf ein solches bei einem griechischen Geldinstitut.

Auch die angebliche Tippgemeinschaft MaxiTip Ltd. ist zumindest im Netz unauffindbar. Es existiert lediglich ein Unternehmen mit dem ähnlich klingenden Namen „Maxi Tipp Service für Spielgemeinschaften GmbH“ in Frankfurt/Main. Dieses hat dem Vernehmen nach bereits Anzeige erstattet.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz befasst sich bereits mit den Schreiben des mysteriösen Herrn Markou. Sie rät den Betroffenen, keinesfalls ohne weiteres zu bezahlen. Sei man sich nicht sicher, ob man einen Vertrag abgeschlossen habe, so die Verbraucherschützer, solle man die Sache sorgfältig prüfen, bevor man zahlt.


RA Gulden, LL.M. (Medienrecht)

Fachanwalt für Urheber-und Medienrecht

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