Die Abmahnung - Das Original



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20.01.2012 16:35 Alter: 8 Jahr(e)

Spieleanbieter starten Offensive gegen Raubkopierer - Bevorstehende Prozesswelle?

Gemeinsames Vorgehen mehrerer Computerspieleanbieter gegen Raubkopierer.

Zu einer Allianz gegen Raubkopierer haben sich offenbar elf bekannte Anbieter von Spielen für PCs und Spielkonsolen zusammen getan. Sie mahnen Szene-Informationen zufolge in gegenseitiger Abstimmung Internetnutzer ab, die sich Raubkopien von Spielen aus dem Netz geladen haben sollen.

Die Unterhaltungsindustrie wehrt sich schon seit längerem gegen Internet-Nutzer, die sich Filme oder Musik kostenlos aus dem Internet „saugen“, indem sie Peer-toPeer-Netzwerke und einschlägige Verzeichnisse wie „The Pirate Bay“ nutzen. Offenbar wollen sich jetzt auch Spielevertreiber effektiv gegen die illegale Nutzung ihrer Produkte wehren, die genauso wie Musik und Filme Werke darstellen, die durch das Urheberrecht geschützt sind.

Bevorstehende Prozesswelle?

Die Internetausgabe der bekannten Computerzeitschrift PC-Welt sieht  bereits eine Prozesslawine auf europäische Raubkopierer von Computerspielen zukommen. Quelle dieser Informationen sei das Downloadportal TorrentFreak, welches von seinen Usern erfahren haben will, dass eine Anzahl von Spieleanbietern sich derzeit besonders stark gegen Raubkopierer wehre. Konkret gehe es dabei um die bei Computer- und Konsolenspielern sehr bekannten Publisher Atari, Codemasters, Ubisoft, Square Enix, Atari, Deep Silver, Warner, dtp, Techland, BitComposer und Aerosoft.

Vorgegangen wird nach der gleichen Methode, welche auch bei der Unterhaltungsindustrie angewandt wird: Raubkopierer werden über ihre IP-Adresse identifiziert, ihre Anschrift ermittelt und sie dann durch eine Rechtsanwaltskanzlei abgemahnt. In dieser Abmahnung wird der erwischte Raubkopierer aufgefordert, eine mit einer Vertragsstrafe bewehrte Unterlassungserklärung zu unterschreiben und sich zu verpflichten, die Kosten der Abmahnung zu übernehmen. Diese betragen laut den Angaben der PC-Welt bei der derzeitigen Abmahnwelle meistens zwischen 300 und 1000 Euro.

Erheblicher Schaden auch bei der Spieleindustrie

Bisher ging es in den Medien im Zusammenhang mit der Abmahnung von Raubkopierern vor allem um den illegalen Tausch von Musik und Filmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass illegales Tauschen von Computerspielen erst jetzt als Problem gesehen und verfolgt wird. Im Netz finden sich eine Reihe von einschlägigen Berichten, z.B. über den polnischen Spielemacher CD Projekt, der sich gegen die illegale Verbreitung seines Rollenspiels „The Witcher 2“ letztes Jahr mit einer Abmahnwelle gewehrt haben soll. Nach Angaben von CD Projekt soll das Spiel nur ca. 1 Mio. mal verkauft, aber 4,5 Mio. mal illegal heruntergeladen worden sein. Auch der von der PC-Welt genannte Anbieter dtp soll bereits früher illegale Nutzer seines Spiels „Wintersport 2011“ über eine Anwaltskanzlei abgemahnt haben. Neu ist also allenfalls, dass hier betroffene Unternehmen ähnlich wie in der Musikindustrie zusammenarbeiten.

(WY)