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29.05.2009 09:08 Alter: 11 Jahr(e)

Urheberrechtsschutz im Internet: Bilder und Fotos

Urheber haben es oftmals schwer, wenn es um den Schutz der eigenen Bilder und Fotos im Internet geht. Im digitalen Zeitalter scheinen die technischen Vervielfältigungsmöglichkeiten grenzenlos.

Sicherlich wird dies auch dadurch begünstigt, dass nicht wenige Inhaber der Nutzungsrechte wohl bewusst jeglichen Hinweis auf eine Urheberschaft verschweigen und keinerlei technische Kopierschutzmechanismen einbauen. Dies rechtfertigt selbstverständlich keine Urheberrechtsverstöße.

Mehr über:

Bildrechte, Fotorechte, Urhebervermerk


 



Verwertungsrecht


Das Recht am Bild sichert u.a. das kommerzielle Verwertungsrecht des Urhebers. Ihm allein obliegt das Recht, sein Bild zu vervielfältigen, zu verbreiten und auszustellen.

Urheberpersönlichkeitsrecht


Hinzu wird der Urheber durch das Urheberpersönlichkeitsrecht geschützt. Dieses Recht beinhaltet die Entscheidungshoheit über das "ob" und "wie" einer Veröffentlichung sowie der Anspruch auf Nennung der Urheberschaft (Urhebervermerk).


Nutzungsrechte


In der Praxis räumen Urheber Dritten meist auf Honorarbasis Nutzungsrechte an den eigenen Bildern ein. So erlangen bspw. Fotoagenturen oder Bildagenturen die Befugnis das Bild für einzelne oder alle Nutzungsarten zu nutzen.

Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM)


Sofern keine Honorarvereinbarung getroffen wurde, kann im Streit die Honorarforderung anhand der Honorarübersicht der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM) berechnet werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die konkrete Bildverwendung in der jeweiligen Jahresübersicht schon aufgeführt war. Ist dies nicht der Fall erscheint die Heranziehung indes fraglich. Ein Lizenzvertrag vermeidet ein derartige Auseinandersetzung.

Auftragsarbeiten


Auftragsarbeiten werden in der Regel mit den höchsten Honoraren versehen, da der Urheber in solchen Fällen stets die ausschließlichen Nutzungsrechte an den Auftraggeber überträgt mit der Folge, dass dieser allein über das Bildmaterial verfügen darf.

Neue Medien


Zu beachten gilt es in diesem Zusammenhang, dass eine Ausdehnung der Nutzungsrechte auf neue Medien ausscheidet, wenn dies zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht geregelt war. Selbst dann kann fraglich sein, ob es tatsächlich dem Willen des Urhebers entsprach, die Nutzungsrechte auf bis dato völlig unbekannte Nutzungsarten auszudehnen.

 

Rubrik:Urheberrecht
Von:RA Gulden, LL.M. (Medienrecht)
 MEDIENRECHT mainz